Samstag, 9. August 2008
Apell an den gewillten Paten
Des Jahresendes wohl bemessne Gaben,
Fragst, wie lange sie sich wohl dran laben,
Und gehst dann schnellen Schrittes wieder raus.
Doch hast Du je ein liebes Wort gesprochen,
Und weißt Du, wer Dein Patenkindlein ist,
Die Gottverlassne, die Dein Geld hier frisst,
Aus deiner Hand, nachdem Du raus gekrochen?
Dein Scheckbuch macht sie sicherlich schnell satt,
Und satt zu sein ist wichtig und tut gut,
doch braucht sie mehr des treuen Freundes Mut,
der zuhört, Liebe gibt an Geldes statt.
So lass sie lächeln, während sie sich labt,
und fühl dich gebend, gleichsam wie begabt.
Donnerstag, 7. August 2008
Verkannte Gabe
Ich suche nicht mehr nach verlorenen Wegen
Die frostig und kalt meine Sicht mir behindern
Und wandle nur blind auf zerbrochenen Stegen.
Alltägliches ist es, was dunkel ich sehe
Normale Gestalten erschaff' daraus ich
Ich denk' drüber nach, bis ich dann verstehe
Die Träume in mir haben viel mehr Gewicht.
Nun schließlich erwecke, beschwöre auch ich,
Verzag' an den Bildern, doch gebe nicht auf
Ruf' Schatten aus Farben, das Dunkel ins Licht
So klein es auch ist, so viel nehm' ich in Kauf.
Ich suche die Menschen, ganz leise und still,
Bin vorsichtig, ausdauernd, stets nur charmant
Sie denken so anders, als ich es doch will,
Und sagen, ich hätte mich selber verkannt.
Wie groß ist es schon, was ich einst für sie spann?
Ich lebe doch immernoch nur vor mich hin,
Tu das, wovon jeder sagt, dass ich es kann
Und gebe so allen, nur mir keinen Sinn.
Die Gabe
Ein Wort direkt in mein Herz zu schmieren
Gemeinsam neue Ziele anzuvisieren
In kalter Nacht nicht mehr zu frieren
Weil wir uns in uns verlieren
Zusammen brillieren
Statt nur zu funktionieren
Willst du es wirklich riskieren
Diese Gabe zu verlieren
Und neben mir zu erfrieren?
Durch dein Analysieren
Dein ständiges Gieren
Das Leben zu reduzieren
Auf richtiges Reagieren?
Fang an, wieder einfach auszuprobieren
Dein Leben neu zu kreieren
Und deine eigene Melodie zu komponieren!
Die Vergangenheit lässt sich nicht ausradieren.
Gaben der Einsamkeit
Sie wandert durch die alten Gassen einer längst vergessenen Zeit
Andere Kinder träumen, während sie in "der" Wirklichkeit verweilt
Er wandert durch die gleichen alten Gassen der gleichen Zeit
Er ist all die gestorbenen Träume und die "andere" Welt leid
Er muss jetzt feststellen, dass jeden Menschen das Ende ereilt
Ein Kind ohne Hoffnung in einer Welt ohne Sicht
Und ein blinder Mann in einer Welt ohne Licht
Er schenkt ihr seine Liebe – sie weiß, sie wird vergehen
Vollkommen blind und taub für die Welt um sich herum
Sie haben nichts zu sagen und so bleiben sie stumm
Da beginnt sie sein Leben mit Gold einzufärben
Die Gabe einem Menschen zu zeigen, man ist nicht allein
Wer man wirklich ist, ist immer mehr, als man vorgibt zu sein
Ihre helle Stimme bricht an dieser Welt wie Licht
Ihre kleinen Hände ranken sich um sein mürbe gewordenes Bein
Das kleine Mädchen und der blinde Mann sind nicht länger allein
Nicht vollkommen rein; eine kleine Priese von ihrem Duft
Gibt ihm das Gefühl, wieder ein lebendiger Mensch zu sein
Und obwohl das Mädchen nie existiert hat, ist er nicht allein