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Freitag, 15. Mai 2009

Erwählt

Du wähltest die Situation
Und warst nicht bereit
Mit ihr zu leben

Du wähltest einen Menschen
Und konntest ihn nicht
So lieben wie er es verdient hatte

Du wähltest Verbindlichkeit
Und verlangtest dann
Dass man sie widerrufen kann

Du wähltest das Ende
Und bist nun zornig
Über seine Konsequenzen

Du wähltest den Kampf
Und klagst nun
Über sein Stattfinden

Du wähltest die Waffen
Und bist nun verletzt
Dass sie auch benutzt werden

Ich wähle Akzeptanz
Was du dir wünschtest
Sollst du bekommen
Und ich lache
Jedesmal
Wenn du über die Wirklichkeit
Weinst

Donnerstag, 14. Mai 2009

Rückhalt

Du kannst ewig weiter schweigen,
oder genau einmal,
einmal ganz laut schreien.
Du kannst dich jedes Mal verneigen,
oder genau einmal,
einmal deinen Unmut zeigen.
Du hast die Wahl !

Du kannst dich immer nur verstecken,
oder genau einmal,
einmal deinen Kopf aus der Masse strecken.
Du kannst dich auch weiterhin bücken,
oder genau einmal,
einmal eine Waffe zücken.
Du hast die Wahl !

Du kannst weiter blind mitlachen,
oder genau einmal,
einmal den ersten und letzten Schritt machen.
Du kannst dir deine Meinung weiter verbeißen,
oder genau einmal,
einmal deine Ketten zerreißen.
Du hast die Wahl !

Du kannst stetig zurückstecken,
oder genau einmal,
einmal deinen Zorn wecken.
Du kannst dich weiterhin selbst verletzen,
oder dieser Farce genau einmal,
einmal ein Ende setzen.
Triff deine Wahl!



[ Zusätzliche ad absurdum Strophe:

Du kannst weiter aufs Meer hinaus fahren
oder genau einmal,
einmal die Fassung wahren.
Du kannst deine Harpunen wetzen,
oder genau einmal,
einmal gemütlich an' Herd setzen.
Du hasst den Wal. ]

WAHL

Das Wählen ist ein Farce-Gericht,
denn Politik, die schert sich nicht;
um ihre Schäfchen windelweich.
Sie kocht nur ihre Ego-Süppchen,
und möchte durch die Wahl
nur ihr sauberes Alibi
aus dem Wähler-Kral.

Rudhi, 13.5.09

Montag, 11. Mai 2009

Zwei Kästchen

Zwei Kästchen
Und ein Teil an roter Farbe
Der in deinen Körper eindringt
Und langsam in deinen Organen verläuft

Zwei Kästchen
Und ein gefallener Vogel
Der in dem wenigen Wasser
In deinen gefalteten Händen ersäuft

Zwei Kästchen
Und eine laut tickende Uhr
Die die Zeit rückwärts laufen lässt
Während ihre Sekundenanzahl sich häuft

Zwei verdammte Kästchen
Und die Erinnerung an mich
Der ich dich dem Atmen vorzog
Und dir mit Gesten sagte
Ich liebe dich

Wir beide wissen
Wer die Person war
Die mir mein Herz stahl
Also handle erneut so
Wie es dir das Deinige befahl
Willst du mit mir gehen?
Zwei Kästchen
Triff deine Wahl

Wahlversprechen

Mit außergewöhnlichen Worten bedacht
Versicherst du sicheres Krisengeleit
Egal ob am Tag, ob in finsterer Nacht
Du schwörst, du bist nun für die Pflichten bereit.

So selbstsicher hebst du bewusst deine Hand
Und sprichst dieses Wort, das schon tief in dir brennt
Ich frage mich, führst du auch mich in das Land
Das keiner von uns noch beim Namen benennt?

Woher soll ich wissen, wie ehrlich du bist
Woher soll ich wissen, wie wahr du nun sprichst
In deinem gebügelten Anzug vor mir?
Bevor diese Frage mich ablenken lässt
Ergreifst du voll Zärtlichkeit meine Hand fest
Versprichst mit dem Ring mir die Liebe von dir.