Posts mit dem Label Rastlos werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rastlos werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 12. August 2008

Sehnsucht

Als ich angefangen habe, das Gedicht zu schreiben, hatte ich eigentlich etwas anderes vor, als letztendlich dabei herauskam. Deswegen hat es wohl auf den ersten Blick auch nicht mehr allzu viel mit dem Thema "rastlos" zu tun... Entschuldigt bitte. Jedoch ist es ja unter diesem Gedanken entstanden und passt deshalb trotzdem zu unserem Wort der Woche. Bitteschön:


Du lachst die Welt an
und sie lacht dich aus
Du ziehst die Knie heran
starrst stumm aus dem Fenster raus

Wenn du lautlos weinst
und alle um dich lachen
Wenn du lauthals schreist
und keiner drandenkt aufzuwachen

Wenn du still zerbrichst
und sie nichtmal den Kopf heben
Wenn du schließlich stirbst
und alle andern weiterleben

Dann ist nichts mehr von dir
übriggeblieben

Durch nasse Augen sehe ich
wie deine kleine Welt zerbricht
Du drehst den müden Kopf
und deine Lippen öffnen sich
Du siehst mich flehend an
und leise flüsternd fragst du mich:

Kannst du mir sagen
warum die Sonne
ohne dich nicht scheint?
Warum der Himmel dort oben
so bitterlich weint?

Der Regen hämmert an die Scheibe
Du fragst mich, ob ich bei dir bleibe
und mir mit dir die Zeit vertreibe

Mein Kopfschütteln zerfetzt dir
das Herz und mir
wird kalt.

Sehnsucht

Du träumst von Sehnsucht und von Glück
An sonnenhellen Tagen
Doch du bewegst dich nicht ein Stück
Um dich daran zu wagen.

Tief in dir drin herrscht stets der Drang
Mal durch die Welt zu ziehen
Stattdessen schaust du Talkshows an
Um vor dir selbst zu fliehen.

Dein Innerstes begehrt wild auf
Du fühlst es in dir sträuben
Du kennst Methoden schon zu Hauf
Um rasch es zu betäuben.

Dein Schweinehund, so nennst du ihn,
Lässt dich nicht richtig leben
Statt gegen ihn in Krieg zu zieh'n
Bleibst du doch lieber liegen.

So suchst du dir bequem heraus
Was dir dein Glück verdirbt
So geht es zu, Jahr ein, Jahr aus,
Bis deine Sehnsucht stirbt.

Keine Luft für die Lunge

Das Gedicht habe ich vor einer halben Stunde angefangen und dann in einem Rutsch fertig geschrieben. Ich habe es danach nicht nochmal überarbeitet. Zu lustlos.

Keine Luft für die Lunge

Stickige Luft und ein kleines Kind,
Das sich die Seele aus dem Leibe schreit
Was dem abartigen, grausamen Tod
Irgendwie etwas Unschuld verleiht

Seit Jahren läufst du und kommst doch nirgendwo an
Man sollte aufgeben und sterben, wenn man kann
Kennst nichts anderes als die nicht enden wollende Jagd
Doch was, wenn nicht der Körper, sondern der Verstand versagt

Wenn dein beschissenes Leben erneut vor deinem Auge kollidiert
Weil dein inneres Ich erneut den Kampf um deine Seele verliert
Obwohl es jedes Mal viel härter trainiert
Und jedes Mal mehr und mehr Schläge pariert
Dritte Runde - deine Lunge kollabiert
Viel zu viel gesetzt und viel zu viel riskiert
Verloren - Wie oft ist das jetzt schon passiert?

Im gottverdammten Leben gibt’s mehr als nur schwarz und weiß
Die Sinn-Suche definiert sich nicht über kalt und heiß
Was ist schon Karma, Schicksal oder Glück?
Dein altes Leben kriegst du nicht zurück

Während du verblutest
Und dennoch vermutest
Das hätte was Gutes
Verbrennt deine Seele vor deinen Augen
Kannst es zwar sehen, doch einfach nicht glauben

Wer wird sich an dich erinnern, wenn du erst mal nicht mehr bist?
Jeder kennt den Teufel; keiner die, deren Seelen er frisst
Keine Luft für deine Lunge, ein kleines Kind und dessen Geschrei
Sagen dir, es ist zwar das Ende, aber noch lange nicht vorbei

Die Eigene Seele verlieren und eine andere retten
Du packst das Kind; beginnst es mit dir zu schleppen

Kleines Kind in deinem Arm
Keine Luft für die Lunge
Renn um dein Leben
Tapferer Junge

Schaffenspause

Ich sitze vor dem Fernseher.
In ihm tobt ein Eichelhäher.
Ich lege mich hin.
Er sucht nach dem Sinn.
Ich drehe mich von links nach rechts.
Herr Eichelhäher ist Freund des Spechts.
Es kribbeln mir meine Glieder.
Auf gehn die Flügel und nieder.
Meine Füße finden keine Ruh
Und der Eichelhäher krächzt dazu.
Doch ich verschränke meine Arme.
Ob Herr Eichelhäh’r sich erbarme?
Ich kämpf gegen das Kribbeln an.
Ob Herr Specht mit Frau Specht noch kann?
Ich fahre mir durchs klamme Haar
Frau Specht und Eichelhäh’r? Ein Paar?
Ich lege mich wieder hin.
Für uns beide fehlt der Sinn.
Ich stehe auf.
Ich verschnauf,
Kehre zurück zum PC.
Jetzt geht es nicht mehr.
Tschüß, Herr Eichelhäher!
Nun bleibe ich zäh
Ich muss
Bleiben.
Zum Schluss:
Schreiben,
Schreiben,
Schreiben.